So entsteht regionale Wärme aus Abwasser, Abfall und Bioenergie
Der Morgen ist kühl in Schmerikon. Über dem Areal der ARA Obersee steigt leichter Dampf auf, während im Inneren des Faulturms ein unsichtbarer Prozess läuft: Aus Klärschlamm wird Biogas und damit ein Stück Energiezukunft für unsere Region. Für die Bevölkerung rund um den Obersee beginnt hier ein Kreislauf, der Abwasser, Bioabfälle und Kehricht in nachhaltige Wärme verwandelt.
Wie aus Abwasser Energie entsteht
Jedes Abwasser, das in der Region gereinigt wird, enthält organische Stoffe. Im Faulturm der ARA Obersee in Schmerikon vergären sie zu einem Gasgemisch. Die EZL bereitet dieses Rohgas in einer eigenen Anlage zu hochwertigem Biogas auf. Der Methananteil erreicht dabei rund 97 Prozent, genug, um das Gas in das bestehende Netz einzuspeisen und direkt für Haushalte nutzbar zu machen.
Seit 2019 läuft die Anlage zuverlässig. Servicetechniker Jan Fohgrub prüft jede Woche Messdaten, Sensoren und Zähler. Er kontrolliert Dichtigkeiten und vergleicht die Werte vor Ort mit den digital übermittelten Daten. Die tägliche Überwachung übernimmt das Team der ARA unter der Leitung von Karl Koller. So bleibt die Anlage stabil, und Störungen werden sofort an die EZL gemeldet. Die Techniker können dann per Laptop rund um die Uhr reagieren.
Zuverlässige Energie für die Region
Die Anlage in Schmerikon zeigt, wie weit die Energiezukunft bereits Realität ist. Kunden der EZL können heute schon vollständig auf Biogas umstellen. Einige nutzen es zum Heizen, andere betanken damit ihre Fahrzeuge und leisten so direkt einen Beitrag zum Klimaschutz. Für die Region bedeutet das: Energie, die hier entsteht, bleibt auch hier.
Der nächste Schritt: Biogas aus Bioabfällen für 3’000 Wohnungen
Damit in Zukunft noch mehr Haushalte nachhaltige Wärme beziehen können, plant die EZL gemeinsam mit Axpo die Vergärungsanlage green2energy in Rapperswil-Jona. Im Engelhözli sollen künftig Bioabfälle aus Gärten, Küchen und Industrie vergoren werden – ein Rohstoff, der bis heute ungenutzte Energie enthält.
Rund 15 Gigawattstunden bestes Biogas werden dort pro Jahr entstehen. Diese Menge reicht aus, um etwa 3’000 Wohnungen mit erneuerbarer Wärme zu versorgen. Läuft alles nach Plan, geht die Anlage 2028 in Betrieb und stärkt die regionale Energieversorgung weiter.
Wärme aus Abwärme und Kehricht: Ein geschlossener Kreislauf
Neben dem Biogas aus Klärschlamm und Bioabfällen setzt die EZL auf zwei weitere Energiequellen:
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Abwärme aus Kläranlagen
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Fernwärme aus Kehrichtverbrennung
Diese Wärmequellen ergänzen sich und bilden zusammen mit dem Biogas einen regionalen Kreislauf, der immer weniger fossile Energie benötigt. Die Vision: eine Region, die sich zu grossen Teilen selbst mit erneuerbarer Wärme versorgt. Sicher, stabil und klimafreundlich.
Was das für Sie bedeutet
Für die Bevölkerung der Region wird nachhaltige Energie konkret erlebbar. Wer heute Biogas nutzt, stärkt die lokale Kreislaufwirtschaft. Wer künftig an die Fernwärme angeschlossen wird, heizt zuverlässig und klimafreundlich mit Energie, die aus Abfall entsteht, der ohnehin anfällt.
Die Energiezukunft hat begonnen. In Schmerikon und Jona ist sie bereits sichtbar. Und 2028 wird sie mit green2energy noch deutlicher spürbar werden: als Wärme, die aus der Region kommt und der Region zugutekommt.
